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Jungsteinzeit (Neolithikum): etwa 5500 – 2300 v. Chr.

Die Bevölkerung der Jungsteinzeit, die sich vermutlich allgemein aus den Jägern und Sammlern der vorangegangenen Epoche und innovativen Zuwanderern aus Südost-Europa zusammensetzte, bewirkte einen radikalen sozialen und wirtschaftlichen Umschwung, dessen revolutionäre Auswirkungen bis in unsere Gegenwart prägend bleiben: Der Mensch wurde sesshaft und errichtete Häuser. Ackerbau und Viehhaltung lösten nun weitgehend die Jagd als Nahrungserwerbsquelle ab. Großangelegte Rodungen schufen den Raum für Dörfer und Äcker, Besitz veränderte das Sozialgefüge, erzeugte Macht und führte zu ersten politischen Strukturen. Erfindungen wie die Töpferei, Weberei, Steinschliff und Steinbohrung formten ebenfalls den Alltag der Menschen nachhaltig.
Das Stadtgebiet weist Funde aus verschiedenen jungsteinzeitlichen Kulturepochen auf. Meist handelt es sich dabei um Klingen aus Hornstein, steinerne Pfeilspitzen und manchmal Steinäxte. Keramikfragmente, also Scherben von Tongefäßen, sind auch in der weiteren Region eher eine Seltenheit. Sie muss man aber als eigentliche Indikatoren einer Siedlungstätigkeit sehen. Auf der östlichen Ettmannsdorfer Flussterrasse wurden einige Fragmente** gefunden, die der sogenannten Oberlauterbacher Gruppe aus der Zeit um 4900 – 4500 v. Chr. zugerechnet werden. Im Bereich Eglsee könnten vielleicht ebenfalls ein paar Scherben auf einen neolithischen Kontext hindeuten.
Da die Bodenbeschaffenheit der Region nördlich der Donau für den Ackerbau jedoch wenig verlockend war und sich allgemein wenig Spuren einer Besiedlung in der frühen Jungsteinzeit im gesamten Landkreis finden, muss es dahingestellt bleiben, ob hier möglicherweise zu der Zeit einzelne Gehöfte bestanden haben.
Erst für die späte Jungsteinzeit werden die Anzeichen einer möglichen Niederlassung durch Angehörige der sogenannten Chamer Gruppe (etwa 3200 – 2300 v. Chr.) konkreter. Östlich der Naab wurden nämlich im Süden Ettmannsdorfs Gefäßscherben** und auf der anderen Seite des Flusses steinerne Pfeilspitzen*** und das Fragment eines Dolches*** aus Baiersdorfer Hornstein gefunden. Weitere Pfeilspitzen sowie Hornsteinklingen brachten Begehungen auf dem westlichen Naabufer bei Bubach*, Wiefelsdorf***, Gögglbach* und Krondorf*.
Schon älter ist der Fund eines spitznackigen Steinbeiles* bei Klardorf, das möglicherweise noch der Altheimer Kultur (um 3800 – 3200 v. Chr.) zuzurechnen ist. Darüber hinaus wurde 1964 bei Fronberg eine durchbohrte Steinaxt*** gefunden, eine weitere*** vor einigen Jahren etwas außerhalb des Stadtgebietes bei Deiselkühn.

* Funde in Privatbesitz
** Funde im Besitz des Historischen Museums in Regensburg, Dachauplatz 2 – 4
*** Funde im Stadtmuseum Schwandorf, Rathausstraße 1

Text, Fotos und Reproduktionen: Hans-Werner Robold M.A.
Copyright © 2016 Hans-Werner Robold. Alle Rechte vorbehalten.

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